Schwarze Wolken
Seit vielen Jahren ist bekannt, dass unser Schiffshebewerk ersetzt werden muss, weil es, wie jedes technische Bauwerk irgendwann einfach nicht mehr ökonomisch sinnvoll zu reparieren geht. Seit vielen Jahren fordert auch die Wirtschaft einen Ersatz des aktuellen Hebewerkes durch ein neueres und auch größeres. Seit vielen Jahren arbeitet auch eine Arbeitsgruppe des Wasserstraßen-Neubauamtes Berlin an einem Entwurf und immer wieder kam aus dem Ministerium das Signal zum weitermachen. Jetzt scheint dies alles aber nicht mehr zu zählen.
Die Vergabe der Bauleistung wurde inzwischen schon das dritte mal verschoben und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Die Märkische Oderzeitung befasst sich in ihrer heutigen Ausgabe mit der erneut verschobenen Vergabe für den Neubau des Schiffshebewerkes und es gelingt ihr durchaus, die Dinge auf den Punkt zu bringen.
Für die gesamte Region nordöstlich von Berlin könnte das wirtschaftliche Aus drohen, da sich ein Minister nicht traut, die Unterschrift an der richtigen Stelle zu machen. Sollte das Schiffshebewerk nicht gebaut werden, wäre die Zukunft der Havel-Oder-Wasserstraße in Gefahr, denn alle Pläne und auch die bereits ausgeführten Arbeiten machten und machen nur Sinn, wenn auch am Schiffshebewerk Niederfinow größere Schiffe fahren können. Das Schiffshebewerk ist das zentrale Element, das Nadelöhr der Verbindung.
Mit dem Verzicht auf einen Neubau würde ein Symbol der Region sterben. Und mit der dann zu vermutenden Verlagerung aller Bauaktivitäten Richtung Westen wäre es allen klar. Der berühmte Aufschwung Ost, würde dann wohl endgültig zu einem Abschwung kommen. Und es kann eigentlich auch nicht an den Mehrkosten liegen, die auch noch klar begründbar sind. Die Stahlpreise steigen und auch die Baukosten sind allgemein im letzten Jahr massiv gestiegen. Aber zu hoffen, dass es weniger wird, wenn man etwas wartet, halte ich für naiv.

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